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27. Februar 2017

Looser oder Loser?

Die korrekte Schreibung von Looser (Verlierer) im Deutschen verursacht einigen Zwist. Obwohl viele sich für den Loser aussprechen (und im Englischen zweifellos nur "loser" richtig ist), finde ich "Looser" stimmiger. Und zwar aus folgenden Gründen.

Erstens ist die englische Rechtschreibung notorisch unregelmäßig. Der Laut /u:/ (langes uh) wird entweder durch "u" (z.B. in rule, June) oder durch "oo" wiedergegeben (z.B. in goose, pool), in seltenen Fällen aber auch durch ein einzelnes "o". Wenn es eine Sprache gibt, der eine Rechtschreibreform gut täte, dann das Englische. Mit einer regelhafteren Laut-Buchstaben-Zuordnung würde loser als looser geschrieben werden, und nicht wie poser.

Zweitens handelt es sich bei Looser um ein Wort im deutschen Sprachsystem. Entlehnt wurde es aus dem Englischen, aber das heißt nicht, dass die englische Schreibung übernommen werden muss. In anderen Sprachen ist es selbstverständlich, dass Lehnwörter in das jeweilige Schreibsystem eingepasst werden (siehe das tschechische Beispiel byznyz). Und in Sprachen mit einem anderen Schriftsystem ist das auch gar nicht anders möglich. Oder wollen Sie einem Chinesen vorwerfen, "哈尼" sei falsch geschrieben (哈尼 ist aus dem Englischen entlehnt und bedeutet Honig (honey), ausgesprochen hāní)?

Darüberhinaus wird Looser auch von den Loser-Fans nicht wie im Englischen geschrieben - nämlich groß statt klein. Allein dieser Umstand zeigt, wie lächerlich das Argument ist: "Man muss das Wort schreiben wie im Englischen."

Kurzum: Im Englischen ist "loser" korrekt, ins Deutsche passt "Looser" besser als "Loser".

9. November 2009

Google statt Duden?

Viele Leute schauen nicht mehr ins Wörterbuch, wenn sie bei der Rechtschreibung eines Wortes unsicher sind, sondern fragen Google. Heißt es "Rhetorik" oder "Rethorik"? Einfach die beiden Wörter bei Google eingeben, und das mit mehr Treffern ist richtig. "Rhetorik" gewinnt mit 2,4 Millionen zu 35.000 Treffern.

Das funktioniert aber leider nicht immer. Ein Negativbeispiel ist "aufpäppeln" und seine falsch geschriebene Variante "aufpeppeln". Letztere hat in Google 99.500 Treffer, das korrekte "aufpäppeln" aber nur 25.600. Die Schuldigen sind keineswegs nur Forumsnutzer oder Blogger, sondern ebenso die "Qualitätsjournalisten" in "Qualitätsmedien" wie dem Spiegel, der FAZ oder der FTD. Bei der Zeit schrieb man es schon 1977 falsch.

Warum schreiben so viele Leute "aufpeppeln"? Wahrscheinlich verwechseln sie es mit "aufpeppen", oder sie können sich nicht entscheiden, ob sie "aufpäppeln" oder "aufpeppen" sagen wollen und schreiben einfach beides in einem.

Übrigens las ich diese Woche im Spiegel ein neues Synonym für "aufpeppen": aufporschen. Ist jedenfalls besser als das unsägliche "pimpen", bei dem ich je nach Kontext an "Pimpf" oder "pimpern" denken muss.